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Die Ölpreisentwicklung

In den letzten zwei Jahren unterlag die Entwicklung des Ölpreises starken Schwankungen. Bis Juni 2008 erreichte der Ölpreis eine Rekordmarke nach der anderen. Der Preis für ein Barrel stieg bis auf 147 US-Dollar. In den darauf folgenden Monaten dämpften die Auswirkungen der Finanzmarktkrise die bis dahin wachsende Marktnachfrage. Der Ölpreis sank schlagartig und erreichte dabei im Dezember 2008 seinen niedrigsten Stand von deutlich unter 40 US-Dollar pro Barrel.

Täglicher Ölverbrauch weltweit

Nach Ansicht von Experten sind solche Spitzenwerte nicht mehr zu erwarten. Das aktuelle Preisgefüge stabilisiert sich auf hohem Niveau. Fiel der Ölpreis 2008 innerhalb von sechs Monaten noch um 75%, so hat er sich seit Mai 2009 konstant auf rund 70 US-Dollar pro Barrel eingependelt. Die fundamentalen Angebots- und Nachfragedaten sowie langfristige Prognosen für die Entwicklung des Ölpreises und den Konsum von Erdöl haben sich elementar nicht geändert.

Die weitere Entwicklung hängt in einem hohen Maße von den nachfolgend beschriebenen Faktoren ab:

1. Steigende Nachfrage
2. Begrenzte Reserven
3. Politische Instabilität in Erdöl-Förderstaaten

1. Steigende Erdöl-Nachfrage
Die modernen Industriegesellschaften sind ohne Erdöl nicht mehr denkbar. Neben der Produktion von Treib- und Heizstoffen wird der wertvolle Rohstoff in der seit Jahrzehnten boomenden chemischen Industrie eingesetzt. Zahllose Produkte benötigen Erdöl als Basis.

2. Begrenzte Erdölvorkommen: Wie lange reichen die Erdöl- Reserven noch?
Mehr als 80% des Primärenergiebedarfs wird durch fossile Brennstoffe bedient. Mit 36% ist Erdöl der unangefochtene Hauptenergielieferant der Welt. Doch die Kluft zwischen Entdeckungen neuer Ölquellen und der wachsenden Erdölnachfrage nimmt weiter zu. Nur noch 10 Mrd. Barrel Erdöl werden durchschnittlich pro Jahr entdeckt, bis in die 60er Jahre waren es 60 Mrd. Das Erreichen des "Ölfördermaximums", d.h. des Zeitpunkts, nach dem die Fördermenge nicht mehr erhöht werden kann, ist nach Meinung der ASPO  (Association for the Study of Peak Oil and Gas) bereits 2005 erreicht  worden. Ein deutliches Indiz dafür ist, dass trotz ständig steigender Verbrauchsnachfrage die großen internationalen Ölfirmen ihre Fördermengen in den letzten 10 Jahren nicht erhöhen konnten. Neuentdeckungen sowie die Förderung aus schwer zugänglichen Ölquellen werden technisch immer aufwändiger und erzeugen hohe Kosten. Zwar beherbergen diese Ölquellen noch bis zu 70% der globalen Ölreserven, bei einem Ölpreis von unter USD 80 stellt die Erschließung solcher Ölquellen allerdings kein rentables Geschäft mehr für Unternehmen und Länder dar. Sollte in Zukunft auf diese Quellen zurückgegriffen werden, wäre damit unweigerlich ein Anstieg des Ölpreises verbunden.

3. Am Öl entzündet sich die Welt
Den sicheren, risikofreien Ölvorkommen ohne politisches und gesellschaftliches Konfliktpotenzial kommt weltweit eine immer größere Bedeutung zu. Das einzige Land ohne Konfliktpotenzial und mit größeren Ölvorkommen, die über den eigenen Bedarf hinausgehen, ist Kanada.

Erdgaspreise

Die im Jahre 2005 erreichten hohen Erdgaspreise - überwiegend durch die Hurrikans Katrina und Rita verursacht - stabilisierten sich bis Ende 2006 wieder auf das Vorjahresniveau. Diese moderaten Preise setzten sich bis Ende 2009 fort.

Erdölpreise im Vergleich zu Erdgaspreisen

Durch die Abhängigkeit zwischen Erdgas- und Erdölproduktion wird der Erdgaspreis in der Regel durch den Erdölpreis mit beeinflusst und umgekehrt. Das heißt, wenn die Erdölpreise steigen, stehen auch die Erdgaspreise unter Druck und müssen sich entsprechend anpassen.

Seit 2006 haben sich jedoch die Erdölpreise und Erdgaspreise verstärkt auseinander entwickelt: die Erdölpreise sind gestiegen, während die Erdgaspreise gefallen sind. Die Gründe liegen in der unterschiedlichen Entwicklung beider Märkte: Während sich der nordamerikanische Erdgasmarkt durch geringere Nachfrage und hohe Lagerbestände nur mäßig entwickelt hat, hat der Erdölmarkt, insbesondere durch eine verringerte Produktion der Nicht-OPEC-Staaten sowie aufgrund erheblich höherer Nachfrage der Weltmärkte - wie bekannt - stark expandiert.

Darüber hinaus ist der Erdölpreis abhängig von der wirtschaftlichen Situation am Weltmarkt, während der Preis für Erdgas ausschließlich vom kontinentalen Erdgasmarkt in Nordamerika bestimmt wird. Diese Entwicklung beinhaltet die Chance, dass sich die Erdgaspreise bei wachsender Energieknappheit in Nordamerika wieder entsprechend ihrem Energiewert den Ölpreisen anpassen. Erdgas bietet somit zusätzliches Preispotenzial, da es zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung günstiger erworben werden kann als Ölquellen. Man kann davon ausgehen, dass sich zukünftig die Preiskurven von Erdöl und Erdgas - wie in der Vergangenheit - wieder anpassen werden.

Vereinfacht lässt sich sagen, dass Erdgas zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung in Nordamerika, verglichen mit dem Energiewert vom Öl, zum halben Preis von Erdöl gekauft werden kann, was zusätzliches Potenzial beim Kauf von Erdgas bietet.